Die Literatur ist da, wenn man sie braucht: Das war der Literarische Herbst 2020
Ansagen oder Absagen?
Digital oder analog?
Grün oder orange?
Inzidenzwerte oder Fallzahlen?
Beste erste Bücher oder allerbeste erste Bücher?
Paradise City oder Hotel Cartagena?
Mächtige Gefühle oder gefühlte Ohnmacht?
Maske oder Mund-Nase-Bedeckung?
Abendkasse oder Vorverkauf?
Neunzehn oder zwanzig Uhr?
Handsäge oder Querflöte?
Frank Schöbel oder Friedrich Hölderlin?
Arinto oder Alvarinho?
Tante Manfred oder Oma Hans?
Heiner Müller oder Inge Müller?
DDR oder „DDR“?
Bagel oder Zero Zucker?
Strafzettel oder Bewirtungsbeleg?
Superbusen oder Penelope?
Politisch schreiben oder Adjektive erschießen?
Wollen oder machen?
Sechs Tage, 12 Orte, 16 Veranstaltungen, mehr als 60 Mitwirkende. Zu viele Lieblingsmomente, um hier darüber zu schreiben. Und das alles in verrückten Zeiten. „Lesen, bis der neue Lockdown kommt?“, fragte sich die „Welt“, „zum Aufstehen für Kultur gehört das Teilnehmen“ meinte die LVZ. Mal sehen.
Eine Auswahl der schönsten Bilder und Eindrücke des Festival-Jahrgangs 2019, festgehalten von Gert Mothes, finden Sie hier.
Der Literarische Herbst bedankt sich herzlich bei seinen Partnern, Förderern und Sponsoren. Ein ganz besonderer Dank gilt allen Veranstaltungsorten, unseren Partner-Buchhandlungen sowie allen Helferinnen und Helfern für ihren großartigen Einsatz.
Und nun? Alles macht weiter, nach dem Festival ist vor dem Festival: Der nächste Literarische Herbst findet vom 25. bis 31. Oktober 2021 statt. Sehen wir uns? Sie wissen ja: Die Literatur ist da, wenn man sie braucht…
„Lesen, bis der Lockdown kommt“: Der Literarische Herbst 2020 in den Medien
Witz, Verstand und Poesie
Leipziger Volkszeitung
In kaum einer anderen deutschen Großstadt ist die Covid-19-Ansteckungsrate derzeit so niedrig wie in Leipzig. So kann dort auch das traditionelle Festival „Literarischer Herbst“ planmäßig vom 20. Bis zum 25. Oktober stattfinden. Das Gästeaufgebot ist angesichts des notgedrungen weitgehenden Verzichts auf ausländische Autoren beachtlich.
F.A.Z.
„Sehnsucht nach Literatur zum Anfassen“
Kreuzer Online
„Portugues“ sei ihre Muttersprache, sagt die rätselhafte Frau auf der Brücke zu Beginn von Pascal Merciers „Nachtzug nach Lissabon“. […] Wie klingt die Literatur dieses Landes? Was gibt es Neues im Westen unseres Kontinents? Bei der kommenden Leipziger Buchmesse Ende Mai ist Portugal als Gastland mit 50 Autoren vertreten. Mehr als nur ein Vorgefühl gab ein ausverkaufter Portugal-Abend beim Literarischen Herbst im Haus des Buches.
Jürgen Kleindienst, Leipziger Volkszeitung
Die eingeladenen Autorinnen und Autoren, Moderatorinnen und Moderatoren sind natürlich voller Vorfreude auf dieses Lesefest, nachdem sie seit dem Frühjahr, was Leseveranstaltungen betrifft, ja regelrecht ausgehungert sind. Auch Literatur braucht das Publikum.
Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung
17 Veranstaltungen an sechs Tagen, unter anderem mit dem Leipziger Hausautor Clemens Meyer und einer Alumni-Lesenacht mit Absolventinnen des Deutschen Literaturinstituts. Während andernorts Veranstaltungen abgesagt werden müssen, wird in Leipzig gelesen.
Alexander Moritz, Deutschlandfunk Kultur
Literatur erleben mit Corona-Regeln
MDR Kultur
Leipzig feierte diese Woche sein Festival für Literatur physisch – und der Hypochonder ging hin. Der Hypochonder hatte sich vorher überzeugt, dass alles mit Corona-rechten Dingen zugehen würde. Der im Vorjahr mit viel Elan und programmatischer Freshness gerelaunchte Literarische Herbst versprach ein AHA-Konzept (Autoren, Hipnesslocation, Abendveranstaltung). Lesen, bis der neue Lockdown kommt? […] „Beste erste Bücher“ heißt das Format, das Jörn Dege vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig zur Perfektion entwickelt hat. Fünf Debütanten, von denen gleich mehrere am ortsansässigen Literaturinstitut studiert haben, lesen im 15-Minuten-Takt aus ihren Erstlingswerken, dynamisch, kurzweilig und maximal abwechslungsreich.
Marc Reichwein, Die literarische Welt
Während der Reclam Verlag seine Neuerscheinungen mit dem Hashtag #stayhomeandread ankündigt, haben sich die Festivalmacher gottlob nicht daran gehalten. […] Denn zum Aufstehen für Kultur gehört das Teilnehmen.
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung
Mit den Händen zu greifen war das gestiegene Bedürfnis nach Auseinandersetzung – vor Ort, konkret und unmittelbar. […] Der Literarische Herbst in Leipzig hat zweierlei vor Augen geführt: Kulturelles öffentliches Leben ist auch gegenwärtig durchaus möglich. Und: Die Ausnahmesituation scheint die literarische Auseinandersetzung mit der Realität sogar eher zu befeuern.
Cornelius Wüllenkemper, Deutschlandfunk